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Gesellschaft für internationale Kulturprojekte e.V.

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Der Revisor oder Auf der Suche nach dem "eigentlichen" Gogol

Sonstiges von Monique Heße (2015)

Fachbereich Theaterwissenschaft
Institution/Körperschaft Universität Leipzig
Schlüsselbegriffe Gogol, Meyerhold, Revisor, Revizor, Petersburg. Theater, Russland, Theaterwissenschaft, Inszenierung, Moskau, TIM, Rezeption, Ästhetik, Komödie, Groteske, Klassiker, Klassikerinszenierung, Zensur
Datum: 15.09.2015 Downloads: 460

Diese Bachelor-Arbeit beschäftigt sich mit dem Theaterstück "Der Revisor" von Nikolai Gogol, das im Jahr 1836 in Petersburg seine Uraufführung erlebte. Vergleichend dazu wird die "Revisor"-Inszenierung von Wsewolod Emiljewitsch Meyerhold herangezogen, der dieses – in der Zwischenzeit zum Klassiker avancierte Stück – im Jahr 1926 im Moskauer TIM aufführte. Beide Inszenierungen sorgten für Furore, führten aber auch zu heftigen Reaktionen seitens des Publikums und der Öffentlichkeit. Ausgangspunkt der Analyse der beiden Inszenierungen ist eine Stückbeschreibung. Sie soll es dem Leser ermöglichen, einen Eindruck vom Inhalt, das heißt den handelnden Personen und zentralen Konflikten des Stückes zu bekommen. Anschließend wird die Entstehungsgeschichte des "Revisor" ausführlich behandelt. Dabei wird aber nicht nur auf die eigentliche Werkgenese eingegangen, sondern werden auch jene Probleme dargestellt, die Gogol vor der Zulassung des Stückes durch die Zensur hatte. Dass die Schwierigkeiten für Gogol damit noch längst nicht beendet waren, ja im Grunde erst begannen, zeigt das nachfolgende Kapitel, das sich der Aufnahme und Wirkung des Stückes nach der Petersburger Uraufführung widmet und eine erste Rezeptionsgeschichte des Revisor liefert. Das sich anschließende Kapitel über die Druckgeschichte beschäftigt sich schließlich mit der Reaktion Gogols auf die seiner Meinung nach misslungene Petersburger Premiere, in deren Folge er eine Vielzahl von Änderungen am Text vornahm sowie Erklärungen und Kommentare zu seinem Stück verfasste. Die permanenten Versuche Gogols, die Deutung seines Stückes fest-, es selbst aber auch immer wieder umzuschreiben, werden grundlegend skizziert und damit zugleich eine Möglichkeit geschaffen, die Druckgeschichte des "Revisor" als Ergänzung und Erweiterung seiner Rezeptionsgeschichte zu lesen. Zum Abschluss der Gogol-Analysen wird der "Revisor", ausgehend von einer Untersuchung seiner formalen Aspekte, im Kontext der russischen Komödie des 19. Jahrhunderts verortet und in diesem Zusammenhang nach grotesken Elementen des Stückes und seiner Inszenierung gefragt. Gogols Vorstellungen vom (erstklassigen) Schauspieler bilden den Schlusspunkt des ersten Teils der Arbeit. Im zweiten Teil wird Meyerholds "Revisor"-Inszenierung aus dem Jahr 1926 untersucht. Dies geschieht zunächst im Kontext der Debatten um die Klassikerinszenierungen nach der Oktoberrevolution. Anschließend wird näher auf die Inszenierung und ihre Rezeption eingegangen, wobei Vergleiche mit Gogols Stück und dessen Wirkung angestellt werden. Die Ergebnisse des Kapitels bilden schließlich den Ausgangspunkt dessen, was als "Suche nach dem eigentlichen Gogol" bezeichnet werden kann – ein Versuch, die Debatte um Meyerholds Inszenierung unter einem bislang unerforschten Gesichtspunkt, dem der "Eigentlichkeit" und ihrem "Nutzen", noch einmal neu zu lesen.

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